Er ist die ökologische Vorzeigeregion Albaniens, rund 1.300 Hektar groß und wurde bereits 1966 eingeweiht – der Lurë-Nationalpark im Norden des Landes. Seine pflanzliche Vielfalt ist ebenso enorm wie die Anzahl der Tierarten. So findet hier die vom Aussterben bedrohte Makedonische Kiefer ihre Heimat. Jedoch ziehen sich über dem Idyll seit Jahren dunkle Wolken zusammen – der Waldbestand ist von Abholzung bedroht. Obwohl ein Gesetz das Fällen von Bäumen verbietet, findet vor allem im mittleren und südlichen Teil des Nationalparks in großem Maßstab illegaler Holzschlag statt. Mit entsprechenden ökologischen und optischen Folgen. Das Sahnehäubchen des Lurë sind die sieben entlang einer Piste liegenden Gletscherseen. Und genau um diese Piste geht es in diesem Routenbeschrieb. Von der Autobahn A 1 kommend (Ausfahrt Rrëshen) erreicht man auf der SH 34 den Ort Perlat gendër, wo der nicht asphaltierte Teil der Tour beginnt. Schnell gewinnt die Erdpiste an Höhe, überquert zwei Bergkämme und senkt sich zur Bergarbeitersiedlung Kurbnesh hinab. Von dort geht es wieder bergauf, bis der Pass Qafë Merkurhit erreicht ist (950 m). Hinter dem Pass kommt der Ort Krej-Lurë in Sicht. Noch ein paar Kilometer, dann steht man an einem Abzweig, über den man zu den Gletscherseen gelangt. Theoretisch. Praktisch bedeutet das: Ein extrem grobsteiniger Weg klettert zu den auf 1.400 bis 1.700 Meter hoch gelegenen Seen hinauf. Wer kein Fahrzeug mit hoher Bodenfreiheit besitzt, sollte das Unterfangen lieber bleiben lassen. Aber auch die nun folgende Weiterfahrt nach Arras ist nicht von Pappe. Grobe Felsen, starkes Gefälle und rutschiger Lehmboden fordern den beherzten Griff am Lenker bzw. am Lenkrad. Steil geht es zunächst bergauf, bis in rund 1.400 Meter Höhe der Pass Quafë Lanës winkt. Die Abfahrt über Cidhën verläuft deutlich entspannter, und nach einigen gemächlichen Schotterkilometern ist der Schlusspunkt Arras erreicht.