Etwa zehn Kilometer südlich von Gramsh gibt es eine Piste, die vom Tal des Devoll über einen Pass hinüber ins Tal des Shkumbini führt. Der Pass heißt Maces, ist wenig bekannt und 1.650 Meter hoch. Nun ja, beide Attribute kommen in Albanien öfter vor. Wo versteckt sich also hier die Besonderheit? Antwort: Im Anspruch. Denn diese Piste hat es gewaltig in sich. Und lässt, je nach Geschmack und Erfahrung, des Herz des Offroad-Fans entweder höher schlagen oder in die Kniekehlen rutschen. Man muss schon wirklich mit allen Wassern gewaschen sein, um die zirka 76 Kilometer lange Geländestrecke bewältigen zu können. Es werfen sich unterwegs nämlich so gut wie alle in der Offroad-Welt bekannten, geschätzten und gefürchteten Umstände vor die Reifen: Steilauffahrten, Steilabfahrten, Steine und Felsen, tiefe Rinnen, Stufen, hautenge Hangpassagen, Schlammlöcher, glitschige Erde und …, na ja, das dürfte ja erst mal reichen. Wer also nicht das Große Einmaleins des Geländefahrens beherrscht, sollte die Finger, bzw. das Reifenprofil von dieser Strecke lassen. Die Zufahrt erfolgt auf der SH 71 von Gramsh. Zwischen Kodovjat und Bulçar links ab Richtung Kukur. Und schon spritzen die ersten Steinchen unter den Rädern. Oberhalb eines Flüsschens, dessen Name die Landkarte nicht herausrückt, geht es relativ harmlos nach Osten. Zwischendurch ein paar Kehren, etwas grober Schotter, ansonsten gibt es nichts Außergewöhnliches zu berichten. Das ändert sich nach Passieren des idyllisch gelegenen Bergdorfes Kukur. Der Weg zirkelt nun in teilweise spitzen und steilen Serpentinen bergauf. Meist am Abhang entlang. Oft ist der Weg eng, oft sehr eng. Gute Nerven und Schwindelfreiheit sind von Vorteil. Bald ist der Maces-Pass erreicht. Es geht nun bergab, der hohe Anspruch bleibt. Der Weg ist von vielen Regenfällen derart zerfurcht, dass man ohne vernünftige Bodenfreiheit stecken bleiben dürfte. Nach rund 45 Kilometern tauchen die ersten Häuser von Bishnicë auf, und die Lage entspannt sich. Jetzt spüren wir wieder normalen Schotter unter den Reifen. Im Shkumbini-Tal angelangt, folgt die Route dem Flusslauf. Der Rest ist Formsache – eine ordentliche Schotterpiste führt nach Qeqës shkumbin, dem Ende der Tour.