Rund 15 Kilometer östlich von Tirana liegt im Skanderbeggebirge der Stausee Bovilla. 1988 begonnen, wurde er zehn Jahre später fertiggestellt. Er ist in erster Linie für die Trinkwasserversorgung der Hauptstadt verantwortlich. Deshalb ist das Baden im See verboten, was allerdings nicht verhindern konnte, dass Anfang der 2000er-Jahre das Wasser einen unangenehmen Geschmack bekam und sich eintrübte. Als Grund wurde Bakterienbefall festgestellt. Folgende Gegenmaßnahmen wurden beschlossen: die Wiederaufforstung des Uferbereichs gegen Erosion, ein geschützter Uferstreifen sowie eine vernünftige Müll- und Abwasserentsorgung der umliegenden Dörfer. Typischerweise für die komplizierten und korrupten Machtverhältnisse in Albanien wurde bisher jedoch noch keine der Maßnahmen umgesetzt.
Dennoch ist der Bovilla-Stausee immer eine Reise wert. Idealerweise auf einer Naturpiste, die nordöstlich von Tirana beginnt. Den Einstiegsort Zall-Herr erreicht man über die Hauptstraßen SH 1 und SH 53. Bis zum Staudamm führt eine leichte Schotterpiste an der Schlucht des Terkuzë-Flusses entlang und gibt spannende Blicke in den Abgrund frei. Eine Handvoll Kehren bergauf, dann rollen die Räder am Stausee entlang – eine grünblaue Idylle in totaler Einsamkeit.
Danach wird die Sache anstrengend: Ein schmaler, grob geschotterter Weg zirkelt in teils engen Kurven und Kehren vom See weg in die Höhe. Oft schräg zum Steilhang. Immer wieder zwingen Engstellen zu zentimetergenauer Fahrweise. Nichts für große Fahrzeuge. Schließlich trifft die Piste bei dem Weiler Gudhi Kampt auf die SH 38. Links ab geht es nach Krujë, rechts ab nach Burrel.