Leider mussten wir umdrehen. Das Befahren ist bereits ab dem Stausee im Moment nicht mehr möglich. Nach einem schweren Unwetter ist das Flussbett / Flusslauf voll mit Geschiebe und nicht mehr passierbar.

Cascata Su Spistiddadroxiu
Ein idyllischer Stausee, einer der höchsten Wasserfälle Sardiniens, eine gemütliche Schutzhütte, ein Track, der kilometerlang durch ein ausgetrocknetes Bachbett führt – das sind die Details einer Offroad-Strecke, die sich im wahren Wortsinn „gewaschen“ hat. Weil sie fahrerisch höchst anspruchsvoll ausfällt und optisch ein echtes Highlight darstellt. Und weil man sich von den Strapazen der Fahrt in einem kühlen Wasserbecken prima erholen kann.
Der Lago die Medau Zimirilis liegt im Herzen Sardiniens im Gennargentu-Gebirge. Vor seiner Kulisse aus sanften Hügeln und üppiger Vegetation ist er ein echter Hingucker. Luftlinie etwa einen Kilometer vom See entfernt befindet sich an der SS 293 der Anfang unserer heutigen Tour. Wie die meisten Geländestrecken auf Sardinien beginnt auch sie relativ harmlos – breite Schotterpiste, eher ein Landwirtschaftsweg, mäßige Steigung. Mitten durch dichten Laubwald. Die eine odere andere Kehre schleicht sich ein. Doch schon nach wenigen Kilometern ist Schluss mit lustig, die Angelegenheit entwickelt sich zur Herausforderung für Mensch und Maschine. Der Schotter wird gröber, der Weg schmaler, die Steine werden größer. Tiefe Rinnen und Furchen müssen überwunden werden.
Eine erste Anhöhe, ein Stück bergab, dann die nächst Steigung. Und die hat es in sich: Steil windet sich das trockene Bachbett des Rio Camboni bergan, gespickt mit groben und gröbsten Steinen und Felsen. Wer da keine ordentliche Bodenfreiheit mitbringt und sein Fahrzeug nicht perfekt beherrscht, hat schlechte Karten. Wenden mit dem Allradler ist unmöglich, selbst mit einer Enduro ein Kraftakt. Steil ragen die Felswände links und rechts des im Winter Wasser führenden Flusses auf.
Die beiden letzten Kilometer bis zum Wasserfall geht es oberhalb des Bachlaufs etwas weniger schwierig bergab. Vorbei an der Schutzhütte Barracca Sassa erreichen wir eine freie Fläche zum Halten und Wenden. Ein paar Meter zu Fuß, dann stehen wir vor dem Wasserfall mit seinen 30 Metern Fallhöhe und seinem Wasserbecken. Der Sprung hinein ist die Belohnung für die anstrengende Anfahrt. Jetzt tief durchamten, denn der Rückweg steht bevor.
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