
Küstenpisten bei Argentiera
Im äußersten Nordwesten Sardiniens gibt es eine mit feinem und grobem Schotter durchzogene Piste, die als eine der schönsten Küstentracks über Kilometer direkt oberhalb des Meers entlangläuft. Zwischendurch sticht sie ans Wasser hinab und ermöglicht an lauschigen Buchten einsame Badevergnügen. Kultureller Höhepunkt dieser Tour ist ein Besuch in der ehemaligen Silbermine Argentiera.
500 Meter nördlich des Ortes Palmadula an der SP 57 zweigt die Route links nach Westen ab. Sie schlängelt sich zwar recht harmlos allmählich bergab, gleichzeitig wächst das Buschwerk aber stellenweise sehr stark in die Fahrbahn hinein – Kratzer am Fahrzeug sind daher kaum zu vermeiden. Dann erreicht sie an der Bucht von Porto Palmas das Meer. Ruhig gelegen, empfiehlt sich Porto Palmas als erster Stopp – vielleicht für einen Sprung ins kühle Nass. Weiter geht es an der Küste entlang, stets etwa zehn bis fünfzehn Meter über dem Meer. Hier zeigt sich der Track von seiner schönsten Seite: landschaftlich atemberaubend und vergleichsweise leicht zu fahren. Zwei Kilometer später markieren ein Parkplatz und eine Klippe das Ende des Weges.
Für die Rückfahrt wartet auf Geländespezialisten ein Sahnehäppchen: Nach knapp einem Kilometer zweigt links eine Piste ab, die es faustdick hinter den Ohren hat. Durch tiefe Gräben und Furchen erklimmt sie eine Kuppe, um anschließend auf tiefsandigem Geläuf wieder Porto Palmas zu erreichen.
Nach dieser Strapaze hat man sich ein Stück Kultur verdient – die Besichtigung der etwas südlich gelegenen ehemaligen Silbermine Argentiera. Schon die Römer suchten hier nach Silber, endgültig geschlossen wurde die Mine 1963. Argentiera gilt heute als eines der wichtigsten Beispiele industrieller Archäologie Sardiniens und steht unter Schutz.
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