Am Orjenpass liegen zwei von Österreich -Ungarn gebaute Militärstraßen übereinander. Die zwei Meter breite Trasse von 1880 muss dabei an zwei Stellen als Ausweiche herhalten für die zerstören Abschnitte der Fahrstraße aus der Zeit um 1909. Leider macht sich seit Jahrzehnten niemand die Mühe, die abgerutschten bzw verlegten Stücke instand zu setzen. Aber wie schon beschrieben, kommt man mit wendigen Geländefahrzeugen und Motorrädern durch. Bei der ersten Überquerung an einem 10. Juni mussten wir Felsklötze mit der Seilwinde aus dem Weg rollen und Altschnee schaufeln, um als erstes Auto im Jahr durchzukommen.

Orjen-Pass
Eingezwängt im Dreiländer-Eck Montenegro, Kroatien und Bosnien-Herzegowina liegt das Bergmassiv des Orjen. Es ist etwa 400 Quadratkilometer groß und wird als verkarstetes Hochgebirge bezeichnet. Seine höchste Erhebung ist mit 1.894 Metern der Zubački kabao. Der Orjen gehört zu den Regionen mit den meisten Niederschlägen Europas, weshalb dort bis heute Pflanzen aus der Eiszeit überleben konnten.
Eine reizvolle Schottertour führt einmal quer durch den Orjen und gibt dem Besucher einen sehr guten Eindruck von der Abgelegenheit dieser Bergregion. Den Einstieg hierzu findet man auf der Hauptstraße M 12 am Abzweig nach Kruševice. Ein Stück weiter kommt die Sommerfrische Vrbanj in Sicht, wo man ein letztes Mal einkehren und einkaufen kann. Danach wird es nämlich in Sachen offroad spannend: der Schotter beginnt. In engen Kurven und Serpentinen zirkelt er bergan. Zunächst harmlos, später immer schroffer und steiniger. Der Karst lässt grüßen. Eine Etappe durch tiefen Wald mit engen Abschnitten folgt, dann kommt der Sattel des Orjen-Passes in Sicht. Auf 1.600 Meter Höhe gelegen, bietet er eine phantastische Sicht auf den im Norden aufragenden Zubački kabao und eine Wanderhütte. Der perfekte Ort für die erste Pause.
Hinter dem Pass geht es auf mittlerem bis grobem Schotter leicht bergab, ein paar Engstellen sorgen für erhöhten Puls. Dann ist die Hochebene von Crkvice erreicht, der Herzschlag beruhigt sich. Crkvice selbst ist heute eine Art Freilichtmuseum. Während der österreichischen Herrschaft über Dalmatien (1797 – 1918) errichteten die Österreicher hier oben an der Grenze zu Montenegro und dem Osmanischen Reich zahlreiche Forts. So auch in Crkvice. Darüber hinaus installierten sie eine Wetterstation, die bis heute in Betrieb ist – allerdings mittlerweile automatisiert. Die Ruinen des Forts sind frei zugänglich und können besichtigt werden, ebenso wie die beiden östlich und westlich von Crkvice stehenden Forts Kom und Stražnik.
Die Abfahrt ins Tal hinab zur M 12 verläuft bis auf einige weitere Engstellen relativ problemlos. Das Fahrzeug darf halt nicht zu breit sein. Kurz vor Kameno wechselt der Schotter zu Asphalt, und die Tour ist zu Ende.
Aktuelle Reports
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Super schöner, abwechslungsreicher Track. Allerdings ist kurz hinter der Passhöhe ein Teil der Trasse weggebrochen. Hier kommt man nur noch mit einer Enduro durch. Für Geländewagen gibt es eine kurze alternative Strecke, die allerdings als schwer einzustufen ist. Eine ordentliche Bodenfreiheit und Untersetzung ist hier zwingend erforderlich. Für Offroad Camper ist diese Strecke nur noch als Sackgasse aus beiden Richtungen machbar.
Ich war so klug ohne vorheriges hier hineinblicken die Route zu fahren und wurde von der kaputten Straße überrascht. Also Stand 27.10.2025 auch nicht intakt. (Die Abfahrt das steinige Stück herunter hab ich mit meinem Lada Niva nicht probiert. Ich hab umgedreht.)
Ganzer Track wieder ohne Probleme befahrbar. Strassen überall repariert oder Umfahrungen vorhanden.
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