
Durch die Sierra de Loarre
Östlich des Rio Gàllego erhebt sich der Gebirgszug der Sierra de Loarre bis zu einer Höhe von rund 1.500 Meter. Dichte Mischwälder bedecken sie ebenso wie immergrüne Macchia und karge Hochflächen. Die Sierra de Loarre ist kaum besiedelt, es gibt eine Handvoll mehr oder weniger verlassener Weiler. Ein Paradies also für Offroad-Fans? Könnte man so sagen. Die Route, die die Sierra durchquert, ist in fahrerischer Hinsicht schön abwechslungsreich und bietet mit dem Castillo de Marcuello und dem Castillo Loarre ein kulturelles sowie mit der Aussicht auf die Mallos de Riglios auch ein optisches Schmankerl.
Die Anfahrt erfolgt über die A 1206 vom Städtchen Loarre. Nach zirka drei Kilometern Blinker rechts und weiter nach Sarsamarcuello. Hinter dem Ort beginnt eine breite, harmlose Schotterpiste, der wir folgen. Nach fünf Kilometern ist schon der Turm des Castillo de Marcuello zu sehen, das über einen kurzen Stichweg zu erreichen ist. Die militärische Anlage wurde vermutlich um 1070 von Sancho Ramirez de Aragòn zur Grenzsicherung auf einem exponierten Hügel errichtet. Die Lage dort oben ist herrlich, die Rundumsicht traumhaft.
Kurz nach dem Castillo biegen wir an einer Verzweigung links ab und gelangen nach eineinhalb Kilometern zu einem knapp über 1.000 Meter hohen Aussichtspunkt mit phantastischem Blick auf die Felsentürme der Mallos de Riglos.
Zurück am Abzweig geht es auf der Hauptpiste weiter, die nun allmählich ihre herbe Seite zeigt – auf den nächsten Kilometern geht es ständig bergauf und bergab, grobes Geröll und Steinstufen sind die Regel. Vor allem die Bergabpassagen mit ihren engen, von grobem Schotter bedeckten Serpentinen sind nicht von Pappe. Ohne Geländeerfahrung sollte man sich nicht hier hoch wagen.
Wenn in der Ferne die Ruine des Castello Loarre auftaucht, beruhigt sich der Puls wieder. Auf tadelloser Piste nähern wir uns der prächtigen Anlage mit ihrer Ringmauer und ihren acht Rundtürmen. Von hier oben aus kontrollierte man die gesamte Ebene von Huesca. Am Parkplatz vor der Burg endet die Schotterpiste, und wir erreichen auf Asphalt vier Kilometer tiefer die Stadt Loarre.
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