Offroad Abenteuer auf Island: Tracks zwischen Feuer und Eis für Selbstfahrer

Veröffentlicht am 10.03.2026, letzte Aktualisierung am 04.05.2026
Offroad Island F261 Emstruleið
Foto © Die Zwei mit dem Dachzelt

Nur einen Katzensprung vom Polarkreis entfernt und trotzdem hält sich die Kälte in Grenzen: Island ist in jeder Beziehung etwas ganz Besonderes. Mal abgesehen von den Geysiren, den Thermen, den Eishöhlen und Lavawüsten, bietet die Insel auch ein Straßennetz, das nur zur Hälfte asphaltiert ist. Suchst du nach einem außergewöhnlichen Roadtrip mit deinem Geländefahrzeug? Dann nimm doch mal unsere Offroad Tracks in Island unter die Lupe.

Island | Alle Offroad Strecken

Hier findest Du alle legalen Offroad-Strecken auf Island – übersichtlich aufgelistet, mit praktischen Filtern und Kartenansicht.

Wo liegen die besten Offroad-Tracks auf Island?

Island ist definitiv ein Trend-Reiseziel. Mit seinen einzigartigen Naturphänomenen lockt die Insel jedes Jahr etwa 2,2 bis 2,3 Millionen Besucher an. Anbieter von Jeep-Safaris oder geführten 4x4 Touren bringen ihre Gäste regelmäßig über unbefestigte Wege zu den bekanntesten Attraktionen. Der Askja-Vulkankrater mit seiner Mondlandschaft, Landmannalaugar mit den bunten Bergen und seinen heißen Quellen oder das Gletschertal Þórsmörk sind wirklich absolute Highlights, die jeder Island-Reisende gesehen haben sollte.

Aber in der Hauptreisezeit kann es an den touristischen Hotspots auch schon mal etwas belebter werden. Wenn du gern weniger bekannte Attraktionen und Landschaften kennenlernen willst, solltest du deine Island Offroad-Reise als Selbstfahrer in Eigenregie planen. Im isländischen Hochland brauchst du allerdings ein 4x4 Fahrzeug mit hoher Bodenfreiheit oder ein gutes Geländemotorrad. Dort gibt es nämlich kaum Pisten ohne Wasserüberquerungen. Außerdem solltest du für die meisten Strecken in den Highlands auch einige Offroad-Erfahrungen mitbringen.

Bei den Tracks in den Westfjorden ist das schon wieder ganz anders: Hier geht es hauptsächlich um relativ einfach zu befahrene Schotterpisten, die oft an der Küste entlangführen. Bekannte Offroad-Strecken in dieser Region sind etwa die Route über den Bergpass Hrafnseyrarheiði zum „donnernden Wasserfall“ Dynjandi oder die größtenteils geschotterte Piste bis zum „Vogelfelsen“ Látrabjarg im Süden der Westfjorde. Unsere Scouts haben allerdings noch mehr interessante Tracks aufgetan, die bisher nirgendwo veröffentlicht wurden. Auf diesen Pisten triffst du wahrscheinlich kaum andere Urlauber.

Diese isländischen Gegenden sind bei Offroadern besonders angesagt:

 

• Thorsmork: beeindruckendes Gletschertal zwischen Bergen aus Eis.

• Askja-Caldera-Gegend: abgelegene Hochlandregion rund um einen riesigen Vulkan

• Westfjorde: dramatische Küstenszenarien mit steilen Klippen

• Skaftafell: Eisberge, Eistunnel und Eisflüsse im Vatnajökull National Park

• Landmannalaugar: heiße Quellen, farbenprächtige Berge und markierte Wanderwege

Offroad Island F985 Jökulvegur
Der Jökulvegur, der „Gletscherweg“ führt ans ewige Eis des Skàlafellsjökull.
Foto © defender110roadtrip Michael Wotzko

Beste Reisezeit für einen Offroadurlaub auf Island

Auf der größten Vulkaninsel der Erde ist es zumeist an der Küste wärmer als im Landesinneren. Zum einen dient das Meer als Wärmepuffer und zum anderen sorgt der Golfstrom in einigen südlichen Regionen für feuchtwarmes Wetter. Zwischen Juni und August können die sommerlichen Höchsttemperaturen auf Island 12 bis 13ºC erreichen. Normalerweise wird es hier aber auch im Hochsommer nur bis zu 10ºC warm – und im Landesinneren ist es sowieso kühler.

Schon im November wird es frostig. Die Minusgrade halten sich bis in den April hinein. Im Hochland dauert der Winter sogar von Oktober bis Mai. Von September bis einschließlich Mai sollte man auf Island auch mit Schneefällen rechnen – wobei der Schnee im Frühjahr und im Herbst zumeist nicht lange liegen bleibt. Von Anfang November bis Mitte April besteht in Island Winterreifenpflicht. Die Einheimischen benutzen wegen der zahlreichen unbefestigten Straßen und dem langen Winter häufig Allradfahrzeuge. Außerdem fahren die meisten Isländer in der Schlechtwetter-Saison mit Spikes.

Generell lässt sich sagen, dass die beste Reisezeit für einen Offroad-Trip durch Island zwischen Ende Mai und Anfang September liegt. Wer hauptsächlich an Offroad-Tracks im Hochland interessiert ist, sollte seinen Abenteuer-Roadtrip sowieso in der Zeit von Juni bis Ende August planen, weil in den übrigen Monaten viele Pisten gesperrt sind. Die Hauptreisezeit auf Island fällt allerdings auf die Monate Juli und August. Wenn du die Einsamkeit suchst, solltest du also lieber einen Pullover mehr einpacken und die Insel aus Feuer und Eis schon im Juni erkunden.

 

Offroad Island Rund um das Kistufell
Beste Reisezeit für Offroad Abenteuer im Hochland ist in der Zeit von Juni bis Ende August .
Foto © Die Zwei mit dem Dachzelt

Offroad Fahren und Verkehrsregeln in Island

Erd- und Schotterwege, die bei uns als Offroad-Pisten bezeichnet werden, gehören in Island einfach zum normalen Verkehrswegenetz. Sie werden dort als "F1-Straßen" bezeichnet. Je nach Höhenlage werden manche F1-Straßen schon im Herbst für die gesamte Wintersaison gesperrt und dürfen in extremen Lagen erst wieder ab Anfang Mai befahren werden. Oft findest du am Übergang von einer Teerstraße zu einem Schotterweg den Hinweis: „Malbik endar“ (Ende des Asphalts).

Wenn die unbefestigte Straße gesperrt ist, befindet sich dort zumeist ein Schild mit der Aufschrift „Lökad“ (gesperrt) oder „Őll umferd bönnar“ (Durchfahrt verboten). Daran solltest du dich auch halten. Nicht nur, weil du auf dieser Strecke zu bestimmten Zeiten mit ernsthaften Schwierigkeiten in puncto Befahrbarkeit rechnen musst. Es geht ebenso um die drastischen Bußgelder, die wegen solcher Verstöße gegen die Verkehrsregeln drohen. Übrigens gilt das auch fürs Querfeldein-Fahren.

Außerdem muss auf sämtlichen Straßen und Wegen in Island tagsüber rund ums Jahr mit Abblendlicht gefahren werden. In puncto Freistehen zeigen sich die Isländer kulant: Das Übernachten außerhalb von offiziellen Campingplätzen ist auf Parkplätzen oder am Straßenrand für eine Nacht gestattet. Such dir für eine Übernachtung neben deiner Offroad-Piste aber einen Platz mit festem Untergrund direkt neben dem Weg aus, damit du keine Reifenspuren hinterlässt. In Island herrscht große Erosionsgefahr. Deshalb werden Cross-Country-Fahrer von den Behörden abgestraft.

Offroad Island Nach Krossneslaug über die Hochebene
Erd- und Schotterwege gehören in Island zum normalen Verkehrswegenetz.
Foto © syncro.mog Kilian Limprecht

Besonderheiten der isländischen Kultur

Island liegt weitab der übrigen Zivilisation und hat deshalb viele Bräuche und Regeln entwickelt, die sich von seinen Nachbarländern unterscheiden. Wo sonst gehören zum Beispiel Hammelhoden oder schwarz geräucherte Schafsköpfe zu den landestypischen Delikatessen? Aber keine Sorge, die Restaurants auf der Insel bieten ihren Besuchern auch mitteleuropäische Gerichte an.

Eine weitere Besonderheit in Island: Ausgerechnet hier wird kein Mitsommerfest gefeiert. Bezahlt wird in Island mit ISK (Isländischen Kronen). Eine Krone entspricht 100 Aurar. Bargeld bekommst du auf der Insel fast überall mit einer geeigneten Karte am Geldautomaten. Allerdings wirst du es nicht allzu oft brauchen: Hier sind bargeldlose Zahlungen weitverbreitet, auch bei kleineren Geldbeträgen.

Die Promillegrenze in Island liegt generell für alle Fahrer bei 0,5 %. Für Selbstversorger interessant: Alkoholische Getränke mit mehr als 2,5 % Alkoholgehalt dürfen auf Island nur in speziellen Läden angeboten werden. In einem Land mit weniger als vier Einwohnern pro Quadratkilometer, von denen etwa 60 % in der Landeshauptstadt leben, wirst du auf unseren Pisten kaum einmal einen Einheimischen treffen. Falls aber doch, dann grüße freundlich und sei eventuell auch zu einem Schwätzchen bereit – ganz wie in einem kleinen Dorf.

Offroad Island Slettuvegur Straße 870 Hütten
Foto © defender110roadtrip Michael Wotzko

Fazit

Island bietet Offroad-Urlaubern Landschaften und Attraktionen, die sie nirgendwo anders entdecken können. Das Verkehrswegenetz der Insel besteht zu etwa 50 % aus nicht asphaltierten Straßen. Anders als in einigen weiter südlich gelegenen Ländern, haben Isländer eine positive Einstellung zum Offroad Fahren. Etwa die Hälfte der in Island registrierten Fahrzeuge sind Geländewagen.

Allerdings wird das Cross-Country-Fahren und das Fahren abseits der gekennzeichneten Wege auf Island streng sanktioniert. Auf der Insel herrscht nämlich eine extrem hohe Erosionsgefahr. Freistehen ist hingegen für eine Nacht erlaubt. Die beste Reisezeit für einen Offroad-Trip durch Island ist von Anfang Juni bis Ende August. Dann sind auch F1-Straßen in hoch gelegenen Regionen wieder befahrbar.

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